Die Bobsportler Adam Ammour, Issam Ammour und Joshua Tasche sind als erste Eintrachtler jemals bei den Olympischen Winterspielen an den Start gegangen. Wir blicken zurück auf ereignisreiche Tage in Cortina.
Kuriose Eröffnungsfeier
Bei der Eröffnungsfeier in Cortina d’Ampezzo sorgte das Team bereits für einen überraschenden Moment: Anschieber Joshua Tasche machte mit zusätzlichem schauspielerischem Talent auf sich aufmerksam, denn während sein Team eine Angel-Szene inszenierte, spielte er den Fisch. Die Idee entstand aus dem Wunsch heraus, beim Einlauf vor weltweitem Publikum etwas Humorvolles zu zeigen. Zusätzlichen Anstoß gab die Kritik an den deutschen Outfits, die mit Angler-Ponchos verglichen wurden. Inspiriert von einem Fußball-Torjubel entschied sich das Team schließlich für die Angel-Darstellung.
Bronzemedaille im Zweierbob
Sportlich spannend wurde es ab dem 15. und 16. Februar. Gemeinsam mit seinem Anschieber Alexander Schaller (BC Bad Feilnbach) zeigte Adam Ammour im Zweierbob auf der anspruchsvollen Bahn in Cortina d’Ampezzo über zwei Wettkampftage konstant gute Leistungen. Am Dienstagabend durften sich die beiden über die Bronzemedaille freuen – die erste Medaille für einen Eintrachtler bei den Olympischen Winterspielen.
Eine weitere Besonderheit an diesem Abend: Gold ging an Johannes Lochner und Georg Fleischhauer. Letzterer war viele Jahre als Leichtathlet bei Eintracht Frankfurt aktiv. Silber holten Francesco Friedrich und Alexander Schüller.
Medaille im großen Schlitten knapp verpasst
Auch im Viererbob zeigte Team Ammour – diesmal bestehend aus Adam Ammour, Issam Ammour, Joshua Tasche und Alexander Schaller – starke Leistungen und kämpfte bis zum Schluss um die Bronzemedaille. Im finalen Lauf fiel die Entscheidung dann mit hauchdünnem Ausgang. Team Ammour musste sich denkbar knapp geschlagen geben und verpasste die Bronzemedaille um nur vier Hundertstel. Gold sicherte sich Team Lochner, Silber ging an Team Friedrich, Bronze an das Schweizer Team rund um Pilot Michael Vogt.
Das ist wirklich historisch für uns.
Eintracht-Präsident Mathias Beck
Eintracht-Präsident Mathias Beck zeigt sich nach den Winterspielen positiv: „Im Rückblick wird mir Cortina immer in guter Erinnerung bleiben. Verbinde ich doch mit dieser Stadt die erste Medaille bei Olympischen Winterspielen für Eintracht Frankfurt.“ Auch im Hinblick auf den Wettkamp im Viererbob findet er lobende Worte: „Das ist wirklich historisch für uns. Für die erste Olympia-Teilnahme ist das ein großartiger Erfolg, auch wenn sich das für unsere Athleten und Alexander Schaller im Moment noch nicht so anfühlen mag.“
Erica Fischbach, Verantwortliche für den Bobsport bei Eintracht Frankfurt, zeigt sich ebenfalls deutlich berührt: „Die Olympischen Winterspiele waren ein großartiger Erfolg für den Bobsport, für die Eintracht, für Hessen und für ganz Deutschland. Es waren hervorragende Wettkämpfe. Für mich war besonders der Abschluss von starken Emotionen geprägt – mehr als ich es erwartet hätte. Es nimmt einen sehr mit, wenn am Ende vier Hundertstel zur zweiten Bronzemedaille fehlen. Am meisten trifft mich die tiefe Traurigkeit unserer Athleten. Aber auch so ist der Leistungssport: Des einen Freud ist des anderen Leid. Wir sind jetzt umso motivierter, in den nächsten Jahren hart zu arbeiten und die letzten fehlenden Hundertstel zu schließen.“



