Was für eine Saison für die Bobsportler:innen der Eintracht! Zum ersten Mal in der Geschichte reisten Adlerträger zu den Olympischen Winterspielen und duellierten sich in Cortina d’Ampezzo mit der absoluten Weltspitze. Allein die Teilnahme war schon ein riesiger Erfolg, damit aber noch nicht genug: Im Zweierbob brannte Pilot Adam Ammour eine starke Zeit nach der anderen in das Eis, fuhr nach vier Läufen gemeinsam mit seinem Anschieber Alexander Schaller zu Bronze und holte damit die erste olympische Wintermedaille der Eintracht-Historie!
„Der Erfolg von Adam Ammour und Alexander Schaller ist für uns in Hessen und auch für Eintracht Frankfurt ganz besonders“, ließ Präsident Mathias Beck im Anschluss voller Freude verlauten, „Im Rückblick wird mir Cortina immer in guter Erinnerung bleiben. Das ist wirklich historisch für uns!“
Auftakt auf der Olympiabahn
Die Rennen bei Olympia waren aber nicht die ersten Wettkämpfe für Adam Ammour im neuen Cortina Sliding Center, bereits Ende November fand der Weltcupauftakt auf der Olympiabahn statt. Dort trat neben dem 24-jährigen auch der spätere Olympionike Joshua Tasche an. Issam Ammour verpasste die ersten Rennen der Saison noch verletzungsbedingt und griff erst später in das Geschehen ein. Beim Auftakt in Cortina d‘Ampezzo zeichnete sich derweil schon ab, wie die Winterspiele im Februar laufen sollten. Im Zweierbob landete Adam Ammour auf dem dritten Rang, bevor er gemeinsam mit seinem Vereinskollegen im großen Schlitten knapp am Podest vorbeischrammte und Platz fünf holte.
Siegreich im Europacup
Im Europacup machte zeitgleich Maximilian Illmann auf sich aufmerksam. Im norwegischen Lillehammer dominierte der Pilot im Zweierbob und gewann Gold. Im Viererbob fuhr der 27-Jährige mit der Unterstützung von Anschieber Eric Strauß zu Silber. Dies sollten jedoch nur die ersten von vielen Medaillen sein, die im Laufe der Saison auf das Konto von Team Illmann wanderten. Immer wieder stand Maximilian Illmann ganz oben auf dem Treppchen, gewann am Ende der Saison die Gesamtwertung im Zweierbob und belegte im großen Schlitten den starken zweiten Rang im Gesamtklassement.
Eine besondere Bedeutung hatten die Auftakt-Rennen in Lillehammer zudem für Anschieber Adrian Lüdtke, der im Schlitten von Alexander Czudaj sein Debüt mit dem Adler auf der Brust feierte und mit Rang vier nur denkbar knapp die Medaillenränge verpasste. Eine Woche später gelang dann jedoch der Sprung aufs Podium und der frisch gebackene Adlerträger gewann Bronze.
Herausragende Debüt-Saison
Eine noch bessere Premiere glückte indessen Lena Brunnhübner, die ebenfalls zur vergangenen Saison an den Main gewechselt war. Gemeinsam mit Charlotte Candrix raste die Anschieberin auf Anhieb zur Goldmedaille und zeigte einen perfekten Einstand als Adlerträgerin. Es blieb nicht der einzige Sieg der 24-Jährigen, das Duo erwies sich in der Folge als echter Erfolgsgarant. Mit drei weiteren Goldmedaillen inklusive Siegen bei der Junioren-EM und -WM fuhren die Beiden der Konkurrenz regelmäßig davon und sicherten sich folgerichtig den Gesamtsieg in der Zweierbob-Wertung.
Ebenfalls im Europacup zum Einsatz kamen im Laufe der Saison Elias Goer und Mira Baus. Während ersterer neu im Bobsport beheimatet ist und in Winterberg beim Sieg von Team Illmann sein internationales Debüt gab, wurde Baus am Anfang der Saison noch gesundheitsbedingt ausgebremst. In Schlitten von Pilotin Jill Kemp zeigte die 21-jährige Anschieberin nach ihrem Comeback aber wieder starke Leistungen und krönte sich in der Altersklasse U23 zur Vizeweltmeisterin.
EM-Gold und Bahnrekord
Im Weltcup steigerte sich Team Ammour derweil von Rennen zu Rennen und wurde zum Dauergast auf dem Treppchen. Bei den Europameisterschaften in St. Moritz folgte dann der große Coup: Adam Ammour, Joshua Tasche sowie der mittlerweile genesene Issam Ammour präsentierten sich sowohl am Start als auch in der Bahn in Topform, setzten einen neuen Bahnrekord und feierten gemeinsam mit Alexander Schaller ihren ersten Sieg im Viererbob überhaupt. Beim Weltcup-Finale in Altenberg setzten sie dann noch einen drauf, zeigten im entscheidenden Lauf eine spektakuläre Aufholjagd und gewannen erneut. In der Gesamtwertung sicherte sich Team Ammour damit den dritten Platz und blickte mit großen Hoffnungen nach Cortina.
Team Ammour schreibt Geschichte
In Cortina stand im Februar das große Saisonhighlight an und die Brüder Adam und Issam Ammour sowie Joshua Tasche gingen als erste Eintrachler überhaupt bei den Olympischen Winterspielen an den Start.
Zunächst war lediglich Pilot Adam Ammour im Einsatz, der im Zweierbob zusammen mit Alexander Schaller an den Start ging. Über zwei Wettkampftage hinweg zeigte der talentierte Pilot auf der anspruchsvollen Bahn starke Leistungen und lag von Beginn an auf Podiumskurs. Am Dienstagabend stand nach vier kräftezehrenden Läufen dann fest: Adam Ammour gewinnt Bronze und holt die erste Eintracht-Medaille bei Olympischen Winterspielen!
Wenige Tage später folgten dann auch die Rennen im großen Schlitten, wo neben Adam nun auch Issam Ammour und Joshua Tasche Platz nahmen. Wieder sah es lange nach Edelmetall aus, erst im letzten Durchgang wurde Team Ammour doch noch von Rang drei verdrängt und verpasste die zweite Medaille haarscharf um knapp vier Hundertstel. Dennoch dürfen die Drei stolz auf sich und darauf sein, was sie in den vergangenen Monaten und Jahren geleistet haben.
Wir sind auf dem richtigen Weg!
Tim Restle, Trainer
„Dass man die Medaille im Vierer so knapp um wenige Hundertstel verpasst, war natürlich sehr bitter. Das ist so ein wenig der Schleier, der über der Saison hängt, weil es schön gewesen wäre, wenn die Jungs alle zusammen Edelmetall geholt hätten“, trauert Trainer Tim Restle noch etwas dem Wettkampf im Viererbob hinterher. „Nichtdestrotz haben wir eine Medaille gewonnen und der dritte und vierte Platz sind echt ein gutes Abschneiden bei Olympia. Es sind nicht für jeden alle Träume in Erfüllung gegangen, aber wir haben es geschafft, dass mehrere Athlet:innen einen wichtigen Schritt gegangen sind. Lena [Brunnhübner] hat ihren Titel bei den Juniorinnen geholt und Adam [Ammour] hat durchgezogen und eine olympische Medaille gewonnen. Wir sind auf dem richtigen Weg!“





